Wer Wie Was
1000 Fragen an Filou Fox



20 FRAGEN ZU 20 JAHREN FILOU FOX

Filou Fox - das sind Achim Fuchs und Christian Kruse. Seit 1989 spielen die beiden Musiker Figurentheater. Sie erzählen feinfühlig spannende Geschichten, die auch immer etwas mit ihrer eigenen Lebensgeschichte zu tun haben, setzen Klassiker gekonnt in den heutigen Kontext um.
Ende Oktober 2009 haben "Filou Fox" anlässlich ihres Jubiläums für vier Tage ins Figurentheaterhaus Theatrio Hannover eingeladen, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.
Hier nun geben Achim Fuchs und Christian Kruse Auskunft über 20 Jahre Filou Fox in Art einer Selbst-Befragung. Denn jeder hat für sich die Fragen beantwortet.

1. 1989 war Wende + Mauerfall. War die Gründung von Filou Fox eine Wende in eurem Leben?

Fuchs: Im Nachhinein besehen vielleicht schon. Damals fühlte es sich nicht sooo neu an. Wir kannten das Gefühl auf der Bühne zu stehen schon lange - hatten auch vorher schon bei den Auftritten mit den Bands immer wieder kleine Geschichten inszeniert. Aber dies war der Beginn eines neuen, eigenen Theaters. Und nun schon 20 Jahre Selbstorganisation! Kein Manager, kein Produzent, der sagt wo es lang geht! Der Schritt in die Selbstständigkeit und Eigenverantwortung!

Kruse: Nein - der Mauerfall war ein (paralleles) zeitgeschichtliches Ereignis. Dennoch - mit dem Puppenspiel betraten wir neues Terrain. Das Spiel mit den Figuren kam zu unseren Ausdrucksmitteln wie Musik und Theater dazu und öffnete einen Zugang zu einer neuen Welt.


2. Wie werden Rock&Roller Puppenspieler?

Fuchs: Gezwungen sich weiter umzusehen - Musik nährt nicht immer die Familie - motiviert durch Freunde - inspiriert durch/von der Vielseitigkeit des Mediums Figurenspiel - fasziniert von der Kraft der Geschichten.

Kruse: Die Gründung des Theaters war in eine Zeit des Umbruchs eingebettet. Nach dem Ausbleiben eines größeren musikalischen Erfolgs waren wir auf der Suche nach etwas Neuem.


3. Was/wer steckt hinter Filou Fox?

Fuchs: Wir - die Familien - das Team - die Fans - die Freunde.

Kruse: Außerdem - ein Wunsch nach künstlerischem Ausdruck, dem Erzählen interessanter Geschichten, die berühren und zur Auseinandersetzung anregen.


4. Euer erster Auftritt?

Fuchs: Premiere mit "Peterchens Mondfahrt" - knapp vor Beginn der Aufführung Stromausfall im gesamten Stadtteil ... der dauert eine knappe Stunde ... ca. 200 Besucher werden unplugged mit FilouFoxLiedern bestens unterhalten ... danach eine gelungene Premiere mit dem guten Gefühl: was kann jetzt noch groß schiefgehen?

Kruse: Der erste Auftritt war am Nikolaustag am 06.12.1989 im Raschplatzpavillon in Hannover. Die Aufführung war mehr als ausverkauft. Viele Freunde und Bekannte waren neugierig darauf, wie wir etwas Neues starteten. Bestimmt wurde unser Tun auch mit Skepsis betrachtet.
Aber schon bei "Peterchens Mondfahrt" zeigte sich, dass unser Konzept aufging, sich einer bekannten Vorlage zu bedienen und in einer Mischung aus Humor, Musik und Spielfreude auf eigene Art und Weise darzustellen.


5. Euer musikdramaturgisches Konzept - gibt es eine bestimmte Art, die Musik einzusetzen?

Fuchs: Das hängt von der Produktion ab! "Volle Kraft voraus" ist angelegt als musikalische Weltreise - so sind auch die Lieder bewusst eingebettet in die Spielszenen und sollen auch motivieren mitzuwippen, oder gar -zusingen! In anderen Produktionen sind es Farbklänge, die das Geschehen auf der Bühne tragen, zusammenhalten.

Kruse: Wir haben Inszenierungen mit musikalischem Schwerpunkt, wie "Kleine Köpfe - Große Welten", "Volle Kraft voraus" oder "Die Hutshow". Aber auch in Stücken wie "Max & Moritz" präsentieren wir viele Lieder, die nützlich sind für die Gesamtatmosphäre.

6. Wie verbinden sich Figurenspiel und Musik? Favorisiert ihr eine Figurenart?

Fuchs: Intuitiv… bei der Erarbeitung kommt es eigentlich fast wie von selbst, dass plötzlich entweder eine Figur ein eigenes Lied oder eine Szene eine eigene Stimmung/Untermalung bekommt. Auch ist es dann unterschiedlich, ob wir live oder per Einspielung musikalisch zuarbeiten.

Kruse: In den meisten Inszenierungen verwenden wir Tischfiguren. Es kommt aber auch mal ein Kasperräuberkopf ohne Kleid aus der eigenen Kindheit wieder zum Einsatz. Wir sehen die einzelnen Elemente wie Figurenspiel und Musik in unserer Darstellungsweise als Werkzeuge an, die "Filou Fox" ausmachen.

7. Was macht Filou Fox darüber hinaus aus? Euch wird eine große Bühnenpräsenz nach gesagt...

Fuchs: Naja, wir würden immer so spielen, als wäre es das erste und letzte Mal!! Ja, so sagen es manche - ich glaube, wir haben schon immer noch dieses Brennen, das Aufgeregt sein und eigentlich auch immer die Spiellust aufs Ganze zu gehen… Es ist halt auch kein Erzähltheater in Richtung "es war einmal…", sondern durch die Mischung von Schau- und Figurenspiel sind wir als Person direkt in das Spielgeschehen mit eingebunden… werden von den Figuren, von uns immer wieder überrascht und zur Reaktion gefordert…
Der Ladenbesitzer, der in der Schatzinsel seinem Kunden erst mit Hilfe eines Brötchens und einer Marmelade Jim und seine Mutter vorstellt, geht immer mehr in die Geschichte und nimmt den Kunden und die Zuschauer schnell mit in das Geschehen…

Kruse: Wir erreichen die Kinder durch direktes und authentisches Theaterspiel. Das heißt, wir sprechen die Zuschauer direkt an, binden sie mit ein und verstehen es, Einwürfe aufzugreifen und zu integrieren. Auch nach der Aufführung sind wir als Kapitän Prächtig und Ole noch präsent, scheuen nicht den Kontakt. Die Mischung der einzelnen Darstellungen wie Puppenspiel, Schauspiel, Objekttheater und Livemusik in interessanten Kulissen (eine Ladentheke, ein überdimensionales Bilderbuch, eine Küchenecke) machen eine gelungene Umsetzung aus. Die Erzählerrollen wie Bauer, Postbote oder Straßenkehrer verwenden gewöhnliche und auch außergewöhnliche Requisiten und sind glaubhaft. Dabei holen diese ihr Publikum zum Miterleben einer Geschichte ab.


8. Ihr seid produktiv ... Woher kommen die Ideen?

Fuchs: Oft während der Tourneen - bei gemeinsamer Zeit im Auto - Abende in Hotelzimmern - Gitarrensessions und spontane Textereien - Durchforsten von Buchläden - Improvisieren.

Kruse: Wir sind als Figurenspielerpartner nicht nur auf der Bühne sehr viel zusammen, Ideen entstehen im Auto und an Abenden in Hotelzimmern während einer Tournee.

9. Wie ist die Arbeit zwischen euch aufgeteilt!?

Fuchs: da gibt es eigentlich keine klare Aufteilung -ist eher doch etwas zufällig…

Kruse: Jeder macht, was er am besten kann und das darf auch mal wechseln.


10. Ihr singt und spielt - baut ihr auch die Puppen etc.??

Fuchs: Wir machen tatsächlich viel, aber zum Glück nicht alles - es fängt an mit einer Idee - dann überlegen wir: Wie? Mit wem? Mit welchen Stoffen/Materialien lässt sich die Idee am besten umsetzen - wie sollen die Figuren sein? Wer kann diese Art am Besten…
So entsteht immer wieder ein Team: Figuren-, Requisiten- und Bühnenbauer, Kulissenmaler, Grafiker für die Werbung, Kostümbildner, Regie etc. ...

Kruse: Die Zusammenarbeit inspiriert und bildet ein Gesamtwerk. Klar, die Richtung geben wir vor und die Musik und die Ausstattung mit Gegenständen von Flohmärkten ist eine Leidenschaft. Solche Ausstattungen bringen ihre ganz eigenen Geschichten mit. Da werden verschiedene Flaschen zu Körpern von Figuren, Weinkisten zu Flößen und Blockhütten, wie zum Beispiel in Tom Sawyer & Huckleberry Finn. Jürgen Maaßen hat den Flaschenkörpern sehr gelungene Flaschenköpfe geschnitzt. Es sind tolle Figuren entstanden. Auch im Bühnenbild finden sich whisky-farben eingefärbte Segel wieder.


11. Welche Rolle spielt das Figurentheaterhaus Theatrio?

Fuchs: Ein bisschen mehr Heimat - ein Ort, an dem auch etwas wachsen kann, entstehen und auch mal stehen bleiben kann ... Dadurch Zeit für Betrachtung ... Reibung mit dem Publikum/den Kollegen ... mehr Auseinandersetzung ... nicht nur in der Art des Spiels, sondern auch in der Art des Veranstaltens den Besuchern zu zeigen: das sind wir, das wollen wir unserem Publikum geben ... aber auch mehr Aufgaben, die sonst nicht wären: fängt beim Aufschließen der Türen an ... über das Reinigen, Umsorgen, Renovieren und endet nicht beim Zuschließen der Tür ... Gedanken an Sponsoren, Anträge etc.

Kruse: Es schafft eine ganz andere Wahrnehmung auf der gesellschaftlichen und auch politischen Ebene in der Stadt. Künstlerisch ist es ein Ort der Möglichkeiten wie Aufführungen, Workshops und dem Proben von neuen Stücken. Kunst ist schön - macht aber auch viel Arbeit, wie Karl Valentin sehr trefflich sagte.


12. Zurück zu eurem Jubiläum. 20 Jahre Filou Fox: Die wichtigsten Etappen ...

Fuchs: Die Gründung .... Papa Kruse im Kampf mit der Holzbühne ... Inszenierung eines Stücks für eine Friseurmesse - daraus die Erfahrung: Fließbandfigurenspiel ist es nicht!!
Das Gefühl: eigene Produktionen (Volle Kraft voraus - Das Geheimnis der grünen Koralle - Kleine Köpfe, große Welten) kommen ebenso gut an wie bekannte Vorlagen.
Die Geburt unserer Kinder.
Austausch mit anderen Kollegen. Viele aufregende Kilometer Theaterstrecke!
Krisen gemeinsam überwunden zu haben.

Kruse: Das Entstehen, der Erfolg, die Theaterpreise, wie z.B. der Landestheaterpreis für freie Theater Niedersachsen 2000 für die Produktion: Die SCHATZINSEL und natürlich das Dranbleiben und die viele Auftritte quer durch das Land.


13. Statistik: Wie viele Bühnen bespielt, Kilometer gefahren, Kinder bespaßt, Taschentücher verbraucht etc. ...

Fuchs: 600.000 km Fahrbahnstreifenmeditation - 78.000 Liter Diesel - 170.000 Besucher (140 Gastspiele im Jahr à 60 Besucher);
durchgelegene Hotelbetten - Halstabletten - Einkaufsparadiese - Kinobesuche - Spielzeugläden.

Kruse: 287 x Aschenbecherschreck (Lehrer Lempels Pfeifenexplosion); 6 bis 7 verschiedene Handymodelle verbraucht - bei einer Bank geblieben - 3 verschiedene VW Busmodelle - 3 Ford Transits in verschiedenen Farben - 1 Frontalzusammenstoß (Totalschaden) - 1 leichten Unfall in Hamburg.


14. Kann man vom Puppenspiel leben?

Fuchs: Davon, dafür, dadurch - mal mehr und mal weniger ... aber bislang geht es, und das besser als gedacht...

Kruse: Die wohl uns am häufigsten gestellte Frage. Ja, man kann! Doch für ausreichende Altervorsorge ist es schwierig. Schön wäre es, später entscheiden zu können, ob man noch spielen möchte und nicht dass man muss!


15. Wie lange noch Filou Fox - was ist für die Zukunft geplant?

Fuchs: 20 Jahre sind eine gute und auch schon lange Strecke - und es bedarf und benötigte auch viel Auseinandersetzung und auch Beistand in Form von professioneller Unterstützung (Mediation) ... solange das gute Gefühl - der gemeinsame Erfolg bleibt, die Lust zusammen weiter auf der Suche zu sein - gemeinsame Wünsche noch unerfüllt, dann kann es noch weitergehen ... und so planen wir dauch gerade eine neue gemeinsame Reise - gemeinsam mit GULLIVER!!! ...

Kruse: Wir sehen uns als funktionierendes Team und doch brauchen wir auch unsere eigenen Solobereiche. Darin kann jeder seine eigene Kreativität weiterentwickeln und eigene Ideen umsetzen. Dadurch erfährt die Zusammenarbeit in "Filou Fox" eine Bereicherung und bleibt spannend. Für 2010 ist "Gullivers Reisen" in bewährter Filou Fox-Tradition in Vorbereitung.


16. Gibt es große Wünsche - was sollte Filou Fox noch schaffen...

Fuchs: Den musikalischen Anteil noch bekannter zu machen ...
glaubhaft weiter Theater zu spielen,
die METRO wieder aufzunehmen;

Kruse: Eine dritte Musik-CD, ein Fernsehprojekt ...


17. Wovor habt ihr Angst? Gibt es da etwas?

Fuchs: Etwas vergessen zu haben (Puppenkiste fehlt beim Aufbau!?), gesundheitlich nicht fit genug zu bleiben (Beispiel: Ausfall bei Tour - finanzielles Risiko), bei den Fahrten zu verunglücken.

Kruse: Auszubrennen oder ein Kind zu verlieren.

18. Wünscht ihr euch, dass eure Kinder den Laden mal übernehmen?

Fuchs: Oha!
Sagt der Arzt zum Figurenspieler: sie haben nur noch drei Monate zu leben!!
ABER WOVON? WOVON, HERR DOKTOR!!!
Es ist schön, wenn eine gute Geschichte weitergeht! Aber wer sie erzählt!?
Ich wünsche, sie finden auch etwas, was ihnen so viel gibt, wie mir das Theaterspielen!

Kruse: Das wird sich zeigen, keiner muss oder sollte. Klar wäre es schön, wenn die Geschichte Filou Fox nach uns weitergehen und neue Spuren hinterlassen werden würde.

19. Wie sind eure Arbeitszeiten?

Fuchs: Brutal!! Aber manchmal auch inspirierend!!

Kruse: Ganz unterschiedlich, nennen wir es Schichtdienst ohne Stundenbegrenzung, aber doch mehr tagsüber. Manch einer sagt familien- & sozialkontaktfeindlich.

20. Ist die Freude auf der Bühne echt? - Wie ist es wirklich!

Fuchs: Es macht mir nach 20 Jahren nicht weniger, sondern eher noch mehr Spaß als früher!! JAU!!

Kruse: Ich glaube, die Freude ist spürbar und das fühlt unser Publikum, genauso wie das nicht enden wollende Lampenfieber, der schmale Grad zwischen Siegen und Verlieren, bei jeder Aufführung sein Bestes geben zu wollen, wie beim ersten und letzten Mal und das ist auch gut so!
Wir haben uns gegenseitig manchmal gefragt, was wäre, wenn wir heute sterben würden?
Unsere Antwort: Wir hätten nichts versäumt und würden alles genau so wieder machen!

 


FRAGEN AUS WETTENHAUSEN

Zu Filou Fox
Wie lange kennt ihr euch? Charlotte)
Soweit ich mich erinnere, haben wir uns 1985 kennengelernt! Damals brachte ein gemeinsamer Freund uns durch die Band zusammen!

Wie kamt ihr auf die Idee, Figurentheater zu machen? (Celina)
Na – es gab musikalisch keine Weiterentwicklung! Wir waren beide auf der Suche nach etwas Neuem. Christian lernte Renate eine Puppenbauerin kennen. Beide entwickelten die Idee gemeinsam ein Puppentheater zu machen – dann wurde es Renate doch zuviel… und so haben wir dann FilouFox gemeinsam gestartet!
Gemeinsame Premiere war dann am 06.12.1989 mit Peterchens Mondfahrt.

Mit wie vielen Jahren sind wir auf das Theaterspielen gekommen? (judith)
Na – 1989 waren wir 27 und 30 Jahre alt …

Eure älteste Aufführung war 1999 – dann seid ihr ja so alt wie ich, nämlich 10!!! (Jan)
Na, da musst du etwas falsch gelesen haben… 1989 haben wir mit Peterchens Mondfahrt begonnen…. Also sind wir nun 20 Jahre mit dem Theater unterwegs!

Wie viele Jahre spielen wir jetzt schon zusammen? (Vicka, Elena, Constanze)
Und spielen seid 24 Jahren zusammen… erst 4 Jahre mit der Band und dann begann Filou Fox!

Wie lange wollt ihr noch Theater spielen? (Annalena, Sophia, Simon)
Gute Frage: so lange es Freude macht, so lange uns unser Puplikum unser Spiel auch glaubt!! Und natürlich, solange wir es auch gesundheitlich können!!!

Was sind eure Hobbys? (Patric)
Musik, Lesen, Geschichten ausdenken, über Flohmärkte stöbern, Sonnenstrahlen einfangen …

Zur Spielweise:

Wie kamt ihr auf die Idee, Puppen und Schauspieler zusammen spielen zu lassen? (Annalena)
Das hat sich so entwickelt… wir haben mit Handpuppen begonnen… die waren irgendwann zu weit weg von uns… das Spiel mit den Tischfiguren war lebendiger…
Wir wollten auch dichter am Publikum sein.

Entwerft ihr eure Puppen selbst? (Eva, Nadja)
Ja, zum Teil – bei eigenen Spielideen geben wir auch das Aussehen der Figuren vor… das ist dann so, wie bei der Polizei, wenn eine Phantomskizze angefertigt werden muss.. der Figurenbauer skizziert erstmal nach unseren Angaben… z.B. nein, die Nase noch etwas mehr gebogen, Augen enger zusammen… oder so!! spielen wir Buchvorlagen, dann sind die Figuren ja schon sehr vorgegeben… dann sprechen wir meistens mit den Figurenbauern nur die Art ab!! Grober Schnitt! Oder eher zierlich… so in der Richtung!

Baut ihr sie auch selber??
Nein – Figurenbau ist nicht unsere Kunst – wir sagen da gerne: man muss ja auch nicht alles können…
oder wichtig ist zu wissen, wer das gut übernehmen kann und wo man die Figuren herbekommt! Vorausgesetzt man kann das auch finanzieren.

Was würdet ihr niemals spielen? (Eva)
Nicht sooo leicht zu beantworten… sag niemals:NIE! – aber ich würde wohl nie gewaltverherrlichende Stücke spielen wollen – oder etwas, was dann inhaltlich nicht zu meinen Überzeugungen passt…
oder Stücke, in denen die Pädagogik oder Moral mit dem Zeigefinger plakativ daher kommt.

Macht Textlernen Spaß? (Eva, Elena)
Klar, warum nicht!! Außerdem ist es nicht reines Auswendiglernen, da wir die Geschichten ja Stück für Stück erarbeiten und den Text auch den Szenen anpassen… so ist es hinterher so, dass du in die Geschichte einsteigst, du kennst den Anfang und weißt, wo es hingeht! Da kommt der Text oft von alleine!
Man sollte den Text dann aber auch festlegen und ganz genau können.

Wieso habt ihr mit dem Schauspielen angefangen? (Constanze)
Weil es sich so ergeben hat… es war eine Weiterentwicklung aus unserer Musikgeschichte heraus…es gab jetzt aber nicht den großen Wunsch Schauspieler werden zu wollen.

Macht das Schauspielen Spaß? (Elena)
Immer und immer wieder, ja unbedingt!

Was macht euch mehr Spaß, Schau- oder Figurenspiel?? (Eva)
Es gehört einfach für uns zusammen, das ist auch unser Stil, da hat sich ja auch über die Jahre etwas entwickelt -

Habt ihr hinter der Bühne noch andere Leute? (Eva)
Nein, Filou fox spielen zu zweit oder in den Soloprojekten alleine…
Im Büro gibt es Ulrike, sie macht Akquise – ruft die Veranstalter an und schickt uns auf die Autobahn…

Wie viele Theaterstücke habt ihr schon gespielt? (Elena)
Eigentlich noch gar nicht sooo viele – ich schätze mal so 30 davon Eigene in, mit oder bei anderen Theatern…oder Aufführungen insgesamt?, da würde ich so ca. 2800 über die 20 vergangenen Jahre sagen.

Was war eure weiteste Reise? (Elena)
Dänemark, Österreich und Holland waren für uns schon „weit“… dann ging es aber auch noch nach England-Bristol…da waren wir 2007 gleich zweimal und haben auf deutsch und englisch gespielt.

Macht es besonders Spaß für Kinder zu spielen? (Constanze)
Klar, sonst würden wir es auch nicht tun! Ja, es ist etwas ganz anderes. Die Reaktionen sind viel direkter als bei „Erwachsenen“… du musst authentisch/glaubhaft sein! Es wird nicht sehr „gemocht“, wenn Erwachsene z.B. so `kindlich´ spielen – das wirkt dann schnell falsch, und ist es meiner Meinung nach auch…

Wurdet ihr schon mal verfilmt? (Benedict)
Nein, ich glaube, das geht auch nicht sooo wie es für der Bühne gedacht ist…

Habt ihr noch Freizeit? (Benedict)
Gute Frage, was ist das… im Ernst – oft zu wenig… gerade sitze ich bei meinem Freund in Berlin und nutze die Zeit, euch eure Fragen zu beantworten…

Wie viele Puppen habt ihr? (Benedict)
… beim Jubiläum haben wir sie auf um die 120 geschätzt…

Wer und wie kommt ihr auf die Idee mit den Verwandlungen- Hut zu Boot, Garderobenständer zu Mast, Marmelade zur Mutter? (Markus)
Das wechselt spontan zwischen uns beiden, da wir ja auch zusammen die Stücke erproben… beim Inszenieren sucht man, nachdem man den Spielraum festgelegt hat nach Entsprechungen, Dinge/Gegenstände mit denen man die Geschichte zeigen möchte, da kann dann auch mal ein Zollstock zu Darstellung eines zu bewältigenden Weges dienen. Doch was dann genommen wird entsteht dann aus der Idee, dem improvisiertem Spiel durch des einen oder anderen.

Was macht euch am THEATERSPIELEN Spaß? (Patric)
Zum Beispiel auf so verrückte Einfälle zu kommen… und das es möglich ist, sie so umzusetzen und vorzuspielen…die Reaktionen des Publikums, jede Aufführung ist etwas anders, es bleibt live und immer wieder spannend.

Wann gibt es ein neues Stück? Wo spielen wir es? (Korbinia)
Wir planen für nächstes Jahr „Gullivers Reisen“ und es wird genauso wie die anderen überall da gespielt, wo Veranstalter es buchen!

Wie geht das mit den Einspielungen? (Annalena)
Na, eigentlich einfach… sie sind aufgenommen und werden in den Momenten, in denen wir sie brauchen per Fuß- oder Funkschalter eingespielt… wann das sein soll, können wir also selbst bestimmen… es ist kein Band, das von Anfang an durchläuft, wie z.B. bei den Augsburgern mit der Puppenkiste…

Wie lange braucht es den Text zu lernen? (Veronika)
Na- da kommen schon ein paar Wochen zusammen….

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, Schatzinsel zu spielen? (Veronika und Markus)
Wir schauen immer, welche Abenteuer uns beiden möglichst gleich gut gefallen…
Andere Vorlagen finden wir in den Kinder- & Jugendbuchabteilungen der Buchläden oder auf Flohmärkten.

Wie lange dauert das Schnitzen einer Figur? (Lena)
Zwei/drei Tage…

Dauert es lange, ein solches Stück vorzubereiten? (Simone)
Ja, von der Idee bis zur Umsetzung ein halbes bis dreiviertel Jahr…

Ist es schlimm wenn man den Text vergißt oder sich verspricht? (Sophia)
Nein – außer es ist einem peinlich, man fällt aus der Rolle und es entsteht ein Bruch… also immer einfach mutig weiter improvisieren, wir wissen ja eigentlich, wohin es gehen soll…und letzt endlich wissen ja auch nur wir, wie der Text eigentlich gedacht war.

Ist es schwer zwischen Schauspieler und Puppenspieler hin und her zu springen? (Sofia)
Es erfordert absolute Konzentration…. Das gilt es zu lernen…, verblüfft uns aber auch manchmal selbst, wie selbstverständlich es passiert und ist auch ein bisschen Magie.

Woher kriegt ihr die Puppen? (Sophia, Editha, Sofia)
Wir lassen sie von Figurenbildnern/-innen herstellen…

Wie baut man sie? Sind die umsonst? Und kann ich auch eine haben?? (Melissa)
Viele sind geschnitzt, also aus Holz, manche genäht, also aus Stoff… da gibt es viele Möglichkeiten…
umsonst gibt es sie nie….
Eine Figur kostet schnell an die 1000,- €
Also, Melissa, da heißt es sparen!!!

Doch eine Erdbeerbellfrutta-Marmelade als Mutter für Jim Hawkins ist günstig und liegt bei ca. 1,80 €.

Welches Theaterstück fanden Sie am besten? (Annalena)
Ich liebe von unseren sehr „Volle Kraft voraus“ – „Die Schatzinsel“ – „Tom Sawyer“

Wie viele Figuren haben wir? (Sophia)
Circa 120 – 200 Figuren

War es schwer die Kulisse anzufertigen? (Simone)
Auch dafür haben wir extra KulissenbauerInnen…. Für die ist das aber auch oft echt schwer…, sie nennt sich Bühnenbildnerin und hat das mit einer Berufsausbildung gelernt.

 

 



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